Dr. Ewald Lang

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Interview mit DVS Der Vertriebsspezialist, Mai 2006
Leseprobe "Leadership Coaching"
momentum: Ein neuer Ansatz in der Führung freier
     Vertriebspartner

Interview mit DVS Der Vertriebsspezialist, Mai 2006

Dr. Ewald Lang ist Gründer der Unternehmensberatung ITO Services mit Niederlassungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Entwicklung und Umsetzung von Strategien zur erfolgreichen Neukunden-gewinnung ist ein Schwerpunkt seiner Arbeit. In diesem Bereich berät er namhafte deutsche und internationale Unternehmen wie Wella, Versicherungskammer Bayern, Viessmann und Kirby (Direktvertrieb) . Bei der DVS ist er unter anderem Leiter der Tagung "Strategische Neukundengewinnung - Neue Umsatzpotenziale in Verdrängungsmärkten".

Sandra Spier, Pressereferentin der DVS, sprach mit Dr. Ewald Lang über die Bedeutung von Neukunden, schnellen Abschlüssen versus langfristiger Kundenbindung sowie die Notwendigkeit eines ausgeklügelten Konzeptes.

DVS:
Es ist um ein vielfaches teurer einen Neukunden zu gewinnen als einen bestehenden Kunden zu halten. Weshalb ist es trotzdem wichtig, eine strategische Neukundengewinnung zu betreiben?

Dr. Ewald Lang:
Die Frage ist ja nicht Neukundengewinnung ODER Kundenbindung. Ein gut funktionierender Vertrieb wird stets beide Themen strategisch angehen. Die Frage ist eher, warum man sich nicht einfach auf die Kundenbindung verlassen kann. Und die Antwort darauf ist wieder simpel: Weil selbst bei bestens organisierter Kundenbindung Kunden verloren gehen, nicht zuletzt auch durch Insolvenz. Wer in Zeiten des globalen Wettbewerbs nicht Gefahr laufen will massive Einbußen hinzunehmen, muss nicht nur strategisch, sondern sogar aggressiv neue Kunden gewinnen.

DVS:
Weshalb ist es auch für florierende Unternehmen von Bedeutung, Neukunden zu gewinnen?

Dr. Ewald Lang:
Weil die Konkurrenz meist nicht da stehen bleibt, wo sie jetzt steht und man dementsprechend damit rechnen muss, dass die eigenen Kunden immer aggressiver vom Wettbewerb angegangen werden. Zudem muss man natürlich sagen, dass in der momentanen Wirtschaftslage auch ein großer Druck auf die Preise da ist und man heute mit den gleichen Kunden nicht mehr so viel verdienen kann wie noch vor ein paar Jahren.

DVS:
Die Akquise neuer Kunden ist demnach unabdingbar. Gibt es eine Benchmark, die besagt, wie viele Neukunden ein Unternehmen pro Jahr gewinnen sollte?

Dr. Ewald Lang:
Eine allgemein gültige, absolute Benchmark gibt es natürlich nicht. Aber es ist eine Binsenweisheit, dass man mindestens so viele Kunden gewinnen muss, wie man verliert. Aufgrund sinkenden Profits pro Kunde, ist dieser Wert für viele Unternehmen sicherlich noch höher anzusetzen, will man weiterhin gleiche oder steigende Profite erzielen.

DVS:
Ökonomische Größen reichen nicht aus, um den Wert eines Kunden zu bestimmen. Welche weiteren Informationen können bei der Auswahl von potenziellen Neukunden helfen?

Dr. Ewald Lang:
Der Wert eines zu gewinnenden Kunden errechnet sich aus dem direkten ökonomischen Wert für eine bestimmte Zeit minus dem Aufwand der Gewinnung und minus den indirekten Auswirkungen der Gewinnung, z.B. der potenziellen Abwanderung eines anderen Kunden aufgrund dieser Gewinnung wie dies etwa bei Wettbewerbskunden mitunter der Fall ist. Der wichtigste andere, nicht direkt ökonomische Wert eines Kunden, besteht in seiner Meinungsbildner- und damit Multiplikatorenfunktion für die Bindung bestehender wie für die Gewinnung weiterer Kunden.

DVS:
Was ist einfacher? Einen Kunden von der Konkurrenz abzuwerben oder einen Kunden von einem Produkt zu überzeugen, dass er bislang noch gar nicht kannte?

Dr. Ewald Lang:
Einfach ist die Kundengewinnung nie und das ist ja auch das Problem, dass es sich die Unternehmen und die Verkäufer immer einfach machen wollen. Der erfolgreiche Neukundengewinner fragt sich aber nicht, was am einfachsten ist, sondern was am meisten bringt und dort greift er an! Entscheidender als irgend etwas anderes ist dabei immer die Motivation. Und die leidet eher darunter, wenn der Verkäufer versucht, es sich einfach zu machen.

DVS:
Wie überzeugen Sie Verkäufer, dass auch bei der Gewinnung neuer Kunden die langfristige Kundenbindung wichtiger ist als schnelle Abschlüsse?

Dr. Ewald Lang:
Das ist eine große Gefahr und in der Tat erlebe ich es nicht selten, dass Unternehmen vermeintlich viel Kraft und Aufwand in die Gewinnung neuer Kunden stecken, tatsächlich aber ein riesiges Strohfeuer abbrennen, von dem am Ende nicht mehr viel übrig bleibt. Aber das Problem liegt ja daran, dass die wenigsten strategisch an die Neukundengewinnung herangehen und sich etwa auch fragen: Was machen wir denn dann mit den Kunden, wenn sie einmal gewonnen sind?

DVS:
Unterscheiden sich die Strategien der Neukundengewinnung in Dienstleistungsunternehmen von denen im Konsumgütersegment? Gibt es eventuell Besonderheiten bei anderen Branchen?

Dr. Ewald Lang:
Ein allgemein gültiges Vorgehen gibt es nicht. Nur über eine eingehende Analyse kann man zu einer guten Strategie kommen. Und damit ist es ja noch nicht getan: Denn die wahren Stolpersteine liegen bei der Neukundengewinnung in der Umsetzung. Neue Kunden gewinnen wollen ja alle, aber tun, tun es die wenigsten. Und zu Besonderheiten muss ich sagen: Besonderheiten gibt es so viele wie Unternehmen. Deswegen sollte zu Beginn auch ein echtes Konzept stehen und kein Aktionismus.

DVS:
Wie wichtig ist der Einsatz Neuer Medien neben den klassischen Methoden wie Kaltakquise oder Mailing?

Dr. Ewald Lang:
Das ist wiederum sehr branchenabhängig. Es braucht aber niemand glauben, dass ihm die Bude eingerannt wird, wenn er im Internet mal eine Werbung schaltet oder ein Werbemail an tausende Adressen verschickt. Im B2B-Bereich ist die Kaltakquisition eventuell mit voriger Terminvereinbarung immer noch die wichtigste Methode in der Neukundengewinnung.

DVS:
Eine ebenso zeitsparende wie effektive Strategie ist die der Neukundengewinnung durch Weiterempfehlung. Wie bringt man Stammkunden dazu, bei der Akquise „behilflich“ zu sein?

Dr. Ewald Lang:
Dass Empfehlungsmanagement zu den kostengünstigsten und effektivsten Formen der Neukundengewinnung gehört, ist allgemein bekannt. Warum praktizieren es dann doch nur die wenigsten konsequent? Das ist die eigentliche Frage. Und ich sage: Mit ein bisschen Training ist es hier nicht getan. Hier sind neue Führungsformen gefordert, wie wir sie uns etwa mit Leadership by Information vorstellen und das Generieren von Sachzwängen, die das Verhalten unserer Verkäufer steuern. Ansonsten sehe ich da schwarz.

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Interview mit DVS Der Vertriebsspezialist, Mai 2006
Leseprobe "Leadership Coaching"
momentum: Ein neuer Ansatz in der Führung freier
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Leseprobe "Leadership Coaching"

Leadership Coaching hier bestellen!Lang, Ewald / Innerhofer, Paul / Innerhofer, Christian: Leadership Coaching. Luchterhand, 2000

Kurzbeschreibung

Die Macht von Informationen und Medien ist am Beginn des 21. Jahrhunderts so groß wie nie zuvor. Führungstheoretiker haben das lange nicht zur Kenntnis genommen: Das Führungsinstrument Information. In diesem Buch wird nun dieses Versäumnis nachgeholt. Die Autoren haben die Prozesse untersucht, die durch Informationen ausgelöst und bestimmt werden und haben daraus ein Führungsinstrument namens Leadership Coaching gezimmert.

'Führen mit den Mitteln der Information' so charakterisieren sie die neue Führungskultur, in der das Informations-
management zu den Hauptaufgaben einer Führungskraft zählt. Erst auf der Basis von genauen Informationen entwickeln Instrumente wie Zielvereinbarung und Coaching die Kraft, Mitarbeiter zu selbständigem und verantwortungs-
vollem Handeln zu führen. Der ganzheitliche Ansatz von Leadership Coaching bringt dadurch Unternehmen, die im Verdrängungswettbewerb stehen, den entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

"Vielleicht ist es voreilig. Aber alles deutet darauf hin, dass das Management-Coaching mit der vorliegenden Arbeit einen Quantensprung vollzieht.
Coaching wurde bisher als Kunst zur Förderung der persönlichen Führungsfähigkeit praktiziert und dargestellt. Höflich verschwiegen wurde, dass diese Art Coaching viel zu selten die erhofften Effekte zeigte.

Hier setzt das Buch von Innerhofer, Innerhofer und Lang an: Was verbindet individuelle Führungsfähigkeit mit der betrieblichen Organisation? Ihre Antwort: Information.

"Die moderne Form der Mitarbeiterführung, die dem Bedürfnis des Mitarbeiters nach Selbstbestimmung ebenso Rechnung trägt wie den gestiegenen Anforderungen nach Leistung, ist Führung mit den Mitteln der Information", schreiben die Autoren. Der Führungskraft fällt primär die Aufgabe zu, den Mitarbeiter zu motivieren, sein Vertrauen zu stärken und ihm unterstützend zur Seite zu stehen.
Das Buch bietet Führungskräften wie professionellen Coachs eine fundierte Einführung in die Vorbereitung und Durchführung von Coaching-Gesprächen. Der Leser kann sich mit sechs grundlegenden Gesprächstypen auseinander setzen: Informations-, Status-, Beratungs-, Motivations-, Feedback- und Konfliktgespräch. Und er erhält einen Überblick über die Prozessanalyse und die Methoden der Zielvereinbarung mit Mitarbeitern.

Fazit: Die Autoren verknüpfen die modernen Instrumente der Unternehmensführung mit dem individuellen Konzept des Mitarbeiter-Coachings. Ein wegweisendes Buch."

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Interview mit DVS Der Vertriebsspezialist, Mai 2006
Leseprobe "Leadership Coaching"
momentum: Ein neuer Ansatz in der Führung freier
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momentum: Ein neuer Ansatz in der Führung freier Vertriebspartner

Mit Führung assoziieren wir Machtausübung, Entscheidungen fällen, über Menschen bestimmen können, an der Spitze stehen. Die Vorbilder sind Präsidenten, Vorstandschefs, Minister. Fassen wir den Führungsbegriff etwas weiter, dann bedeutet er, Prozesse zu steuern und Ein. uss zu gewinnen, etwas zu bewegen. In diesem weiteren Rahmen beschränken wir die Betrachtung der Führungswerkzeuge nicht nur auf die of. ziellen Führungsrollen. Dann gehört dazu auch die Führung durch den gezielten Umgang mit Informationen.

Eindrucksvoll demonstrieren uns die Medien, was man mit Informationen allein machen kann: Die Medien mit gezielten Nachrichten können Minister stürzen, Militärs in Verlegenheit bringen, Aktien steigen und fallen lassen. Was Napoleon schon kannte und beachtete, als er den „Rheinischen Merkur“ die vierte Weltmacht nannte, haben die Führungstheoretiker lange nicht zur Kenntnis genommen: das informelle Führungsinstrument Information.

Was Werbung, Fernsehen, Tageszeitungen und Magazine im großen Stil praktizieren, geschieht für die Öffentlichkeit weniger augenfällig auch in den Unternehmen. Durch ein informelles Informationsmanagement werden Personen aufgebaut oder demontiert, werden Fehler kommuniziert oder vertuscht, Unfälle zugegeben oder verschleiert. Einfach betrachtet liegt Macht – wie auch immer de. niert – in den Händen von Personen, die eine Führungsrolle einnehmen, bei Vorständen, bei Managern, bei Leitungspersonen, bei Politikern.

Das Besondere des Machtmittels Information liegt darin, dass es an keine dieser formalen Rollen der Macht und Positionen geknüpft ist. Man muss weder Kanzler sein noch Präsident oder Vorstand, um mit Hilfe von Informationen zu steuern und Ein. uss zu gewinnen. (Gezielte) Information – und auch gezielte Desinformation, das muss erkannt werden – ist das bevorzugte, vielleicht auch das einzige Machtinstrument von Menschen im Unternehmen, die nicht autorisiert worden sind, Macht auszuüben und Entscheidungen zu fällen. Information ist der Schlüssel, der dem, der damit umgehen kann, viele Türen öffnet. Information ist das moderne und unauffällige Werkzeug, Menschen zu beein. ussen und zu führen.

Freie Vertriebspartner brauchen einen großen Entscheidungsspielraum, um ihrer Schlüsselrolle im Vertrieb für die Unternehmen gerecht werden zu können; und die meisten von ihnen schöpfen ihre besondere Motivation aus der Möglichkeit, ihre Arbeit selbst zu gestalten. Eine enge Führung würde sie demotivieren und ihnen den Unternehmergeist nehmen. Doch die Höchstleistungen, die von ihnen gefordert werden, verlangen andererseits eine besondere Disziplin, Teamgeist und Unterordnung – und damit eine straffe Führung. Beides zugleich scheint nicht möglich zu sein. Wie können also freie Vertriebspartner ef. zient geführt werden? In dieser Frage liegt ein Kernproblem vieler Unternehmen, die mit freien Vertrieben arbeiten. Dafür stelle ich hier einen neuen Ansatz vor.

Lesen Sie den gesamten Artikel hier als PDF.

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